Moderne Neurorehabilitation braucht Erfahrung, klare therapeutische Ziele und manchmal auch Technologie, die neue Möglichkeiten eröffnet.

Im RehaZentrum Malovec setzen wir robotergestützte Rehabilitation gezielt als Teil eines individuellen Therapieprogramms ein. Dabei geht es nicht um Technik um der Technik willen, sondern um mehr Wiederholungen, mehr Präzision, messbare Fortschritte und einen echten funktionellen Nutzen für Kinder und Erwachsene mit neurologischen Diagnosen.

Robotik ersetzt keine Therapeutinnen und Therapeuten. Sie erweitert ihre Möglichkeiten.

Was bedeutet robotergestützte Neurorehabilitation?

Robotergestützte Neurorehabilitation unterstützt Bewegungsfunktionen mithilfe moderner technischer Systeme. Bewegungen können geführt, wiederholt, angepasst und therapeutisch ausgewertet werden.

Gerade in der neurologischen Rehabilitation ist das wichtig, weil das Nervensystem durch Wiederholung, gezielte Aktivierung und intensive, sinnvolle Bewegungsimpulse lernt.

Robotische Systeme können dabei helfen, viele Wiederholungen in einer sicheren Umgebung zu ermöglichen und Fortschritte besser sichtbar zu machen.

Für wen kann robotergestützte Rehabilitation sinnvoll sein?

Robotergestützte Rehabilitation kann bei verschiedenen neurologischen und motorischen Einschränkungen eingesetzt werden. Ob sie sinnvoll ist, hängt nicht nur von der Diagnose ab, sondern vor allem vom funktionellen Zustand, den Therapiezielen und der Belastbarkeit.

Mögliche Anwendungsbereiche sind unter anderem:

  • Zerebralparese
  • Schlaganfall
  • traumatische Hirnverletzungen
  • Rückenmarkverletzungen
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson
  • neuromuskuläre Erkrankungen
  • genetische Syndrome
  • Gangstörungen
  • Einschränkungen der Handfunktion
  • Störungen der Rumpfstabilität und posturalen Kontrolle

Unsere robotikgestützten Therapiebereiche

R-Gait unterstützt Patientinnen und Patienten beim Training des Gehens. Das System ermöglicht eine sichere, kontrollierte und intensive Wiederholung von Gangbewegungen.

Dabei geht es nicht nur um mehr Schritte. Gehen ist eine komplexe Funktion des ganzen Körpers. Für eine gute Gangqualität braucht es Rumpfstabilität, Beckensteuerung, Gleichgewicht, Koordination, Kraft, Sensorik und Vertrauen in die eigene Bewegung.

Mögliche Ziele der R-Gait Therapie sind:

  • Verbesserung der Gehfähigkeit
  • Aufbau von Ausdauer
  • Verbesserung der Koordination
  • Förderung der Rumpfstabilität
  • Unterstützung der posturalen Kontrolle
  • Verbesserung der Symmetrie
  • mehr Sicherheit beim Gehen
  • mehr Selbstständigkeit im Alltag

R-Touch ist ein robotergestütztes Rehabilitationssystem für die obere Extremität. Im Mittelpunkt steht eine weiche robotische Handorthese, die physiologische Fingerbewegungen unterstützen, führen oder aktiv begleiten kann.

Das System wird in der neurologischen Rehabilitation eingesetzt, wenn Hand-, Finger- oder Armfunktionen durch eine Erkrankung oder Verletzung eingeschränkt sind. Ziel ist es, Bewegungen wieder erfahrbar zu machen, aktive Mitarbeit zu fördern und die betroffene Hand gezielt in den Therapieprozess einzubinden.

Je nach therapeutischem Ziel kann R-Touch unterschiedliche Trainingsformen unterstützen: passive Mobilisation, aktiv-assistiertes Training, aktives Training, funktionelle Übungen mit realen Objekten sowie — je nach Systemvariante — bimanuelles Spiegeltraining. Dabei können Bewegungen der weniger betroffenen Hand erkannt und auf die betroffene Hand übertragen werden.

Besonders wertvoll ist R-Touch, weil Handrehabilitation nicht nur Krafttraining ist. Greifen, Öffnen, Loslassen, Stützen oder gezielte Fingerbewegungen erfordern ein Zusammenspiel von Gelenkbeweglichkeit, Muskelaktivierung, Sensibilität, Koordination, Aufmerksamkeit und motorischem Lernen.

Mögliche Ziele der R-Touch Therapie sind:

  • Verbesserung der Finger- und Handbeweglichkeit
  • Förderung von Greifen, Öffnen und Loslassen
  • Aktivierung der betroffenen Hand
  • Unterstützung aktiv-assistierter Bewegungen
  • Verbesserung der sensomotorischen Kontrolle
  • Training funktioneller Arm- und Handbewegungen
  • Förderung der Koordination der oberen Extremität
  • Unterstützung von Spiegeltherapie und bimanuellem Training
  • Verbesserung alltagsrelevanter Handfunktionen
  • mehr Selbstständigkeit im täglichen Leben

R-Touch kann bei Kindern und Erwachsenen mit neurologischen Diagnosen eingesetzt werden, zum Beispiel nach Schlaganfall, bei Zerebralparese, nach traumatischer Hirnverletzung oder bei anderen Einschränkungen der oberen Extremität.

Wie bei jeder robotergestützten Therapie gilt auch hier: Der entscheidende Faktor ist nicht das Gerät allein, sondern die therapeutische Zielsetzung. Im RehaZentrum Malovec wird R-Touch individuell angepasst und in ein ganzheitliches neurorehabilitatives Therapiekonzept integriert.

R-Lead unterstützt die Rehabilitation der oberen Extremität durch sensorbasiertes, interaktives Training. Im Mittelpunkt stehen Bewegungen von Hand, Handgelenk und Arm, die in einem virtuellen Umfeld spielerisch und gezielt trainiert werden können.

Das System erkennt die Aktivität des Patienten über einen optischen Sensor und ermöglicht multidirektionale Bewegungen der oberen Extremität. Durch dynamische Armstützen kann das Training teilweise unter Reduktion der Schwerkraft durchgeführt werden. Dadurch können Bewegungen leichter angebahnt, wiederholt und schrittweise verbessert werden.

Ein besonderer Schwerpunkt von R-Lead liegt auf der Verbindung von motorischem und neurokognitivem Training. Neben der Bewegung selbst werden auch Aufmerksamkeit, visuell-räumliche Wahrnehmung, Reaktionsfähigkeit, Orientierung und Motivation angesprochen.

Mögliche Ziele der R-Lead Therapie sind:

  • Verbesserung der aktiven Arm- und Handbewegung
  • Förderung von Hand-, Handgelenks- und Armfunktion
  • Training multidirektionaler Bewegungen im Raum
  • Verbesserung der Koordination der oberen Extremität
  • Förderung von Aufmerksamkeit und visuell-räumlicher Wahrnehmung
  • Aktivierung der betroffenen oberen Extremität
  • Steigerung der Motivation durch interaktive Übungen
  • Unterstützung alltagsrelevanter Bewegungen

R-Lead kann besonders dann sinnvoll sein, wenn Patienten bereits aktiv mitarbeiten können und das Ziel darin besteht, Arm- und Handbewegungen gezielter, koordinierter und funktioneller einzusetzen.

Unser Ziel: mehr Funktion im echten Leben

Das Ziel ist der Transfer in den Alltag.

Ein Kind soll stabiler sitzen, aktiver stehen, besser greifen, sicherer gehen oder mehr an seiner Umwelt teilnehmen können. Ein Erwachsener soll nach einer neurologischen Erkrankung mehr Kontrolle, Sicherheit und Selbstständigkeit zurückgewinnen.

Robotik ist dabei ein wertvolles Werkzeug.

Aber der Mensch bleibt im Mittelpunkt.

Persönliche Beratung zur robotergestützten Rehabilitation

Ob R-Gait, R-Touch oder R-Lead sinnvoll ist, kann nur individuell beurteilt werden. Entscheidend sind Diagnose, aktueller funktioneller Zustand, Therapieziele und Belastbarkeit.

Gerne besprechen wir im Rahmen einer persönlichen Konsultation, welche Form der robotergestützten Neurorehabilitation für Sie oder Ihr Kind sinnvoll sein kann.